Sonntag, 18. Oktober 2015

Tag 14 - Höhenmeter

Nach einer Tasse Kaffee im schönen Hotelgarten und einem Zwischenstopp beim Beck ging die Fahrt los auf den Vulkan Irazú. Dieser ist auch immerhin 3432m hoch, aber im Gegensatz zu unseren Bergen kann man hier mit dem Auto bis ganz nach oben fahren. Die Strecke war sehr schön, mit vielen Kehren und grösstenteils sehr guten Strassen. Überhaupt muss man sagen, dass wir bisher sehr positiv überrascht sind von den Strassenzuständen in Costa Rica. Auf der Fahrt und auch auf dem Vulkan selbst wechselten sich Wolken, Sonne, Nebel und Regen fleissig ab, so dass für alle etwas dabei war.

Leider konnten wir den See der im Vulkankrater wäre nicht bestaunen, da dieser um diese Jahreszeit kein Wasser führt und dass obwohl gerade Regenzeit ist… Verstehe wer will, aber ist nun mal so! Nachdem wir das obligate Gipfelfoto geschossen hatten, machten wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Etappenziel – dem Cerro de la Muerte (3451m)

So hoch oben war ich noch nie

Dieser Pass verdankt seinen einladenden Namen der Tatsache, dass früher viele Leute beim Versuch ihn zu überqueren  erfroren sind. Davon mal abgesehen war auch das wieder eine wunderschöne Strecke durch dichten Wald und mit Ausblicken ins Tal. Kurz vor dem Gipfel bogen wir rechts ab ins Tal von San Gerardo de Dota um eine weitere Nacht umgeben von nichts als Natur zu verbringen. Unsere Unterkunft war wahnsinnig schön, mit Glasfront auf den Nebelwald und Whirlpool im Zimmer.

Unser Bad in der Dantica Lodge

Ausserdem genossen wir bei „Comidas Típicas Miriam” eines der besten Abendessen überhaupt und das für läppische 20$... Unglaublich!

Samstag, 17. Oktober 2015

Tag 13 - Start Roadtrip

Wir haben uns für die Zeit in Costa Rica für ein sogenanntes Flexi Voucher Programm entschieden. Die Idee dahinter ist, dass man eine Pauschale zahlt und eine ziemlich grosse Auswahl an Hotels zur Verfügung hat, von denen man sich jeweils das passende aussuchen kann. Am Morgen um 9 Uhr wurde uns das Auto direkt zum Hotel gebracht. Bevor es mit dem Roadtrip losging nahmen wir uns noch zwei Stunden Zeit für eine Runde durch San José. Die Stadt ist nicht besonders schön, aber es gibt immer wieder kleine Parks die das Stadtbild aufwerten. Interessant ist ausserdem, dass die Stadt von Bergen umgeben ist.  

Altes Postgebäude in der Innenstadt

Nachdem wir noch etwas Proviant gekauft hatten konnte es losgehen. Wir fuhren in nordöstlicher Richtung zum Braulio Carrillo Nationalpark. Kaum hatten wir den Parkeingang passiert, erschienen bereits die ersten Nebelschwaden, was typisch ist für diese Region. Wir fanden zwei sehr schöne Pfade zum Wandern. Diese Wälder sind absolut beeindruckend, nachmittags um vier ist es bereits beinahe dunkel, da fast kein Sonnenlicht durch die dichte Vegetation nach unten dringen kann. Dazu kommen die exotischen Gerüche und die Geräusche, die solche Wanderungen zu wunderbaren Erlebnissen machen. 

Danach mussten wir noch eine ziemlich weite Stecke fahren, da das Hotel welches wir ausgesucht haben bereits ausgebucht war. Weil es hier aufgrund der Nähe zum Äquator sehr früh dämmert, mussten wir die meiste Zeit im Dunkeln fahren, ein schwieriges Unterfangen in Costa Rica. Eine zusätzliche Schwierigkeit waren nebst dem einsetzenden Regen die Fahrradfahrer die ohne Licht unterwegs waren und während einer geraumen Zeit fuhr die Polizei mit Blaulicht hinter uns her (dieses galt aber nicht uns ;-) ). Schlussendlich fanden wir in der Nähe von Turrialba ein sehr schönes Hotel und haben nun eine gute Ausgangslage, um morgen den Vulkan Irazu zu besuchen.

Freitag, 16. Oktober 2015

Tag 11+12 - Reiseabenteuer

So schnell war unsere Zeit im Pantanal auch schon wieder um und es hiess verabschieden von Miriam und der Meia Lua. Zum Glück gehen unsere Ferien noch weiter, sonst wäre es schon sehr, sehr schwer geworden dieses Vogelparadies zurück zu lassen.

Unsere Reise ging via Sao Paolo, wo wir am nächsten Morgen beim Einchecken eine böse Überraschung erlebten. Wir wurden informiert, dass man zur Einreise in Costa Rica von Brasilien aus den Impfausweis braucht wegen der Gelbfieber Impfung. Von der Schweiz aus hätte man jedoch nichts gebraucht... Zum Glück hatten wir noch Kopien dabei, welche sie aber nicht akzeptieren wollten.
So ging unsere Odyssee los durch den Flughafen auf der Suche nach dem Brasilianischen Gesundheitsbüro welches unsere Kopie in eine offizielle Bestätigung umwandeln sollte. Immer wieder wurden wir von einem Ort an den nächsten geschickt und niemand schien so recht zu wissen wo denn dieses Büro sei… Natürlich gab es auch noch Sprachprobleme, da die meisten wenig bis gar kein Englisch konnten, weshalb ich es immer wieder mit einem Mix aus Spanisch und Italienisch versuchte. Schlussendlich kamen wir beim Büro der Copa Airline an, wo eine sehr hilfsbereite Frau gleich mit uns mit kam zum Checkin Schalter und versuchte zu helfen. 
Nach langem hin und her wurden wir wieder an das Gesundheitsbüro verwiesen und netterweise kam die Frau auch gleich mit, da uns natürlich auch die Zeit davon rannte. In diesem Büro wollten sie zuerst nicht so recht und alleine wären ziemlich sicher am Ende gewesen! Doch zum Glück ging alles gerade nochmals gut und wir durften sogar ausnahmsweise noch 10min später einchecken als vorgeschrieben – alles dank einer super hilfsbereiten und engagierten Frau von Copa Airlines! Muito Obrigado!!

Sonnenuntergang nahe Sao Paolo


So glücklich waren wir wohl noch selten in einen Flieger gestiegen, doch es war noch nicht überstanden… Vor unserer Zwischenlandung in Panama fingen wir auf einmal an zu Kreisen und zu Kreisen und die Zeit für den Anschlussflug wurde immer knapper. So durften wir nach der Landung also auch noch durch den Flughafen hetzen und waren froh, dass der andere Flieger auch Verspätung hatte. So kamen wir samt Gepäck müde aber glücklich in Costa Rica an. Also alles nach Plan gelaufen ;-)

Inseln vor Panama


Mittwoch, 14. Oktober 2015

Tag 10 - Idyllische Flussfahrt

Nach dem anstrengenden gestrigen Tag kam uns dieser freie Vormittag gerade recht. Wir genossen die schöne Pousada in vollen Zügen, machten einen Spaziergang zum See, entspannten in der Hängematte und badeten im Pool, immer begleitet von einem Vogelkonzert. 

Kleiner Teil des Orchesters


Am Nachmittag ging es erneut aufs Boot, diesmal mit Miriam als Begleitung. Da es in den letzten Tagen in der Gegend grosse Mengen Regen gegeben hatte, führte der Miranda River sehr viel Wasser. Dadurch standen die Chancen viele Tiere zu sehen leider schlecht, insbesondere da die bei Kaimanen beliebten Sandbänke vollständig unter Wasser standen. Dies war auch der Grund warum wir gestern so wenige Tiere gesehen hatten. Trotzdem reichte es für einen Kaiman, einen Otter und zwei Brüllaffen und überhaupt war die Bootstour wunderschön, da sich der Fluss durch die schöne Landschaft schlängelte und an beiden Ufern von Wasserhyazinthen gesäumt wurde. Im beinahe schwarzen Wasser spiegelten sich die Bäume und Sträucher. 

Salobra River mit hohem Wasserstand



An einer Stelle wuchsen die Hyazinthen über die ganze Breite des Flusses, so dass wir uns einen Weg hindurch bahnen mussten. Dank den guten Steuerkünsten unseres Bootsführers und genügend Anlauf gelang dies ohne Probleme. 

Wir bahnen uns einen Weg durch die Hyazinthen

Während der gesamten Fahrt versorgte uns Miriam mit vielen interessanten Informationen zu Flora und Fauna. Wir kehrten gerade rechtzeitig zum Abendessen auf die Rancho zurück und genossen ein letztes Mal das feine Essen. Es gab wieder ein in Brasilien typisches Dessert bei dem Zucker mit Milch so lange gekocht wird, bis eine Art Caramelcrème entsteht. Dazu gab es Bocaiúva-Glace. Fantastisch wie viele neue Früchte wir bereits kennengelernt haben, so zum Beispiel die Cashew-Frucht, die Acerola-Kirsche oder die Abiero-Frucht. Auch durften wir eine der ersten reifen Mangos dieser Saison probieren.

Dienstag, 13. Oktober 2015

Tag 9 - See you later, Alligator

Nun zeigte sich auch das Pantanal von seiner besten Seite, gegenüber gestern gab es einen Temperaturanstieg von beinahe 20°C. Wir nahmen heute an einem geführten Ausflug in den Parque Estrada teil. Dieser ist vor allem bekannt für die vielen Kaimane. Aber um es kurz zu machen, die Tour war eine ziemliche Enttäuschung. Unser Guide wirkte lustlos und wir sahen gerade mal insgesamt fünf Kaimane. Beim ersten Teil der Tour fuhren wir mit einem Bus eine sehr holprige Strasse entlang um Tiere zu beobachten. Dabei waren wir nicht allzu erfolgreich, den Tieren war es wohl schlichtweg zu heiss. Bei einigen Kaimanen hielten wir gar nicht erst an. Wir schlossen daraus, dass es später vom Boot aus noch ganz viele Kaimane zu bestaunen geben würde. 

Kaiman

Tuiuiu (Jaburu), Wappentier des Pantanals


Danach gab es einen Spaziergang durch den Wald, bei dem wir einen grossen roten Papagei und einige Affen sehen konnten. 

Grosser roter Papagei hoch oben im Baum


Nach dem Lunch auf einer sehr schönen Fazenda und der Rückfahrt auf demselben Weg stieg unsere Gruppe auf ein Motorboot um. Mit diesem fuhren wir eine gefühlte Ewigkeit den Fluss aufwärts. Wir sahen einige Vögel, eine Wasserschwein-Familie und zwei Affen. Allerdings waren es fast immer wir welche die Tiere erspähten, da der Guide sich weiterhin wenig Mühe gab. Kaimane sahen wir keine mehr. Nach einem kurzen Badestopp ging es dieselbe Strecke wieder zurück. Danach stand noch eine 1,5-stündige Rückfahrt an, bevor wir um 20Uhr wieder in der Meia Lua eintrafen.

Abendstimmung auf dem Boot

Montag, 12. Oktober 2015

Tag 8 - Artenvielfalt

Eindrücke vom Morgenspaziergang auf dem Gelände der Fazenda Meia Lua:

Maskentrogon


Kapuzineräffchen


Capybara (Wasserschwein)


Gelbbrustara


Zwei Sittiche auf einem Flammenbaum



Mittagspause im Garten:

Wer weiss welche Blume das ist bitte kommentieren :-)


Sittich mit Bocaiúva Früchten


Auch hier werden Hinweise gerne angenommen...


Entspannen in der Hängematte



Auf dem Weg zur Nachtsafari auf der benachbarten Fazenda San Francisco:

Grosser Ameisenbär


In voller Grösse


Und noch mit Nachwuchs auf dem Rücken


Nandu


Capybara Familie


Auf der Nachtsafari konnten wir leider keine brauchbaren Bilder machen, aber gesehen haben wir unter anderem Eulen, Füchse, Sumpfhirsche, Kaimane, Gürteltiere und ein Ozelot. Ausserdem will der Guide die Fussspuren und die Augen eines Jaguars gesehen haben, wir konnten jedoch leider nichts entdecken.

Sonntag, 11. Oktober 2015

Tag 7 - Ankunft im Pantanal

Nach dem gestrigen Reisetag im Nachtbus erreichten wir gegen 9 Uhr mit rund einer Stunde Verspätung Campo Grande. Dort hatte zum Glück unser Fahrer ausgeharrt und auf uns gewartet. Er war bester Laune und erzählte während der 2,5-stündigen Autofahrt zur Rancho viele interessante Dinge über die Gegend. Wir sahen zudem schon einige Tiere, zum Beispiel ein Reh oder den Nandu aus der Familie der Strausse.  


Auf der Rancho wurden wir dann gleich auf berndeutsch begrüsst,  die Besitzerin Miriam kommt ursprünglich aus Steffisburg. Nach einem feinen Mittagessen zubereitet aus eigenem Gemüse und fangfrischem Fisch erkundeten wir ein bisschen die Umgebung. Im nahen See leben Kaimane und obwohl diese wärmere Temperaturen bevorzugen konnten wir zwei davon sehen. Am späteren Nachmittag  unternahmen wir einen Ausritt in die nähere Umgebung. Für mich war es toll wieder einmal auf einem Pferd zu sitzen, und auch Silvano, das erste Mal überhaupt hoch zu Ross, fand Gefallen daran.  Diese Pferde hätte wohl sowieso nichts aus der Ruhe bringen können. 


Kurz vor der Rückkehr zur Pousada sahen wir auf einer Wiese einen Ameisenbären umher streifen.  Dies ist definitiv eines der merkwürdigsten Tiere die ich je gesehen habe. 

Nach dem Abendessen begleitete uns Miriam an den See,  in der Hoffnung Kaimane und Wasserschweine zu sehen.  Sobald wir unsere Taschenlampen auf die Wasseroberfläche richteten, leuchteten uns gleich mehrere Augenpaare entgegen, ein sehr spezielles Gefühl. Wir freuen uns auf die nächsten Tage, an diesem beschaulichen Ort können wir uns bestimmt bestens erholen.